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Terror und Gewalt - Nationale und Internationale Sicherheit: Frieden im Kalifat? Gewalt und Governance im "Islamischen Staat"

Kursnummer: 17102M614

Info: Online-Vorlesung mit Dr. Miriam M. Müller
Hamburger Institut für Sozialforschung, Hamburg

Durch den territorialen Anspruch und den Versuch auf den kontrollierten Gebieten in Irak und Syrien Governance-Strukturen und -Praktiken zu kooptieren und eigene zu etablieren, geht der sogenannte "Islamische Staat" (Daesh) über Form und Ziele anderer jihadistisch-salafistischer Gruppen hinaus. Auf dem von Daesh beanspruchten, nach seinem Selbstverständnis "befriedeten" Territorium, entfällt die Intention terroristischer Gewalt, "Gewaltanschläge gegen eine politische Ordnung" zu verüben, denn Daesh bildet nun selbst diese "Ordnung". An die Stelle von Kriegsgewalt, aber auch terroristischen Gewalthandelns, tritt auf dem Gebiet des Kalifats "staatstypisches" Gewalthandeln mit dem Ziel, innere Konflikte zu lösen, zukünftige zu verhindern und Widerstand im Innern langfristig zu verunmöglichen.
Im Vortrag der Politologin und Islamwissenschaftlerin Dr. Miriam Müller soll folgende These vorgestellt und sollen ihre theoretischen Implikationen diskutiert werden: Entsprechend der Logik moderner Staatenwerdung erfolgt parallel zur Monopolisierung und Zentralisierung von (staatstypischem) Gewalthandeln eine Externalisierung von Kriegsgewalt sowie Willkürgewalt (Terrorismus). Daesh schöpft dabei in Irak und Syrien aus den Verfahren und Verwaltungsmechanismen seiner Gegenfolie, dem modernen Nationalstaat, und gleichzeitig dem Instrumentarium totalitärer Herrschaft. Diese zukünftig mögliche Gewalt, auch gegen die Zivilbevölkerung, spielt dabei eine zentrale Rolle für die Aufrechterhaltung territorialer und insbesondere sozialer Kontrolle über die politischen Gemeinschaften vor Ort.

Kosten: 15,00 € €

Datum Zeit Straße Ort
Mi. 06.12.2017 19:00 - 20:30 Uhr Meißnersgasse 1b VHS, Gest. MHL, Raum C 1.5 - PC-Kabinett -

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November 2017

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